Linke Politiker sagen: „wir wollen mehr Gerechtigkeit.“ „Nein“ sagen die Besitzstände. Reformen sollen zwischen Politik und Mathematik vermitteln. Z.B. Steuerentlastung, um die Wirtschaft anzukurbeln“. Reicht das? Moritz Schularick, (IfW) Kiel, bewertet die aktuell beschlossene Steuer-Reform: „Baby Schritte – kleiner als das kleinere Paket“. Kluge Bürger fragen: Ist es Ziel Gegensätze zu kultivieren – oder sie zum Nutzen einer Neuorientierung zu überwinden? Muss sich heute nicht eine Politik entwickeln, die größer ist als Parteiprogramme?

Die Politik muss sich jetzt der Mathematik beugen.
Deutschen Produkten wird weltweit Qualität nachgesagt. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass sie zu teuer sind und zu wenig Innovation hervorbringen. Die wirtschaftlichen Kennzahlen sind eindeutig: Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit sinkt. Damit werden auch die finanziellen Spielräume kleiner. Ist es nicht Zeit, dass die Koalition ihre Prioritäten neu setzt – die Schuldenlast verringert und zugleich die Akzeptanz der Bürger für notwendige Veränderungen vergrößert?
Deutschland braucht wieder eine „Ruck-Rede“, wie sie Bundespräsident Roman Herzog 1997 gehalten hat: ehrlich in der Diagnose, klar in den Lösungen und überzeugend im Ziel. Ohne Ziel wird Mathematik zur Zumutung. Mit Ziel wird Mathematik zur Disziplin. Mit Sinn wird Disziplin zur Motivation.
Ein Perspektiv-Wechsel fördert bessere Ideen.
Wer die tagespolitische Realität in den Medien verfolgt, erlebt überwiegend Kontroversen und oft ritualisierte Parteikämpfe. Die Debatte kreist um gegenläufige Interessen, um daraus taktische Vorteile für die eigene politische Agenda zu erwirtschaften. Langfristige Perspektiven dagegen versinken dabei im diffusen Nebel des Schlagabtauschs. So entsteht der Eindruck, dass die ständig beschworene Krise zur Wirklichkeit mutiert. Umso dringender sind Ideen für eine Orientierung an einer höheren Ebene: Wie können wir gemeinsam das Fortschrittsdefizit Deutschlands überwinden und Ziele benennen.
Für einen Perspektiv-Wechsel braucht keinen Finanzminister als Kassenwart, sondern Orientierung. Denn fehlt die Orientierung, wächst die Unsicherheit. Wächst die Unsicherheit, schwindet das Vertrauen, denn ohne Vertrauen entsteht kein kollektiver Glaube an die Zukunft. Der Staat braucht für die nächste Generation einen Zukunftsminister.
Die Formel für Glauben: Ziele plus Zuversicht.
Kluge Staats-Lenker fixieren sich auf Ziele, die größer sind als die Gegensätze. Staats-Lenker werden nicht deshalb erinnert, weil sie jede gesellschaftliche Gruppe gewinnen konnten. Sie werden erinnert, weil sie etwas Größeres verkörperten.
Zum Beispiel:
John F. Kennedy: „We choose to go to the Moon.“
Ronald Reagan: „Mr. Gorbachev, tear down this wall.“
Willy Brandt: „Mehr Demokratie wagen.“
Barak Obama: Yes we can oder „the audacity of hope“ – die Kühnheit der Hoffnung!“
Parteien der Mitte: bitte Richtung formulieren.
Was Politik fast vergessen hat – kluge Parteien müssen eine Richtung formulieren. Denn vorausschauende Themen machen den Unterschied zur Tagespolitik. Verwaltung allein schafft einen Status Quo, aber neue Ideen ermöglichen eine Aufbruchsstimmung ….
Für die SPD könnte daraus die Aufgabe entstehen, soziale Sicherheit stärker mit Befähigung zu verbinden. Denn wer dauerhaft nur Empfänger bleibt, verliert oft das Gefühl eigener Gestaltungskraft. Sozialpolitik erreicht ihre größte Wirkung dort, wo sie Menschen befähigt, ihr Leben selbst zu gestalten. Nicht alimentieren, sondern befähigen!
Die Union könnte heute Ziele entwickeln, die über Reformen und Legislaturperioden hinausweisen. Menschen folgen Verordnungen aus Pflicht – Zielen aber aus Überzeugung, wenn sie Sinn für die Gemeinschaft stiften. Doch welches Ziel könnte heute groß genug sein, um Unterschiede zu überbrücken?
Braucht Deutschland heute nicht ein Ziel, etwa so groß wie Kennedy’s Projekt „Go-to -the Moon?“
Wenn Sie darin Sinn sehen: Versuchen Sie einmal den folgenden Satz laut auszusprechen:
„Wir holen die Sonne auf die Erde!“
Was zunächst wie Science-Fiction klingt, beschreibt die Idee der Kernfusion. In Deutschland und der Welt arbeiten in ca. 7 Ländern Forscher und Ingenieure daran, den Prozess der Sonne technisch nutzbar zu machen. Gelingt Deutschland die Führung, ist das eine neue Bestätigung für deutsche Ingenieurskunst. Mit dieser Entwicklung könnte zum ersten Mal Sonnenkraft auf dem Planeten eine unerschöpfliche und nahezu klimafreundliche Energiequelle entstehen. Ob Kernfusion das Projekt der Zukunft wird, ist zweitrangig. Entscheidend ist der Gedanke dahinter: auch Gesellschaften können Energie entwickeln, wenn sie mit Sinn einhergeht.
Ein Sinn vereint Gegensätze.
Ja, Demokratie braucht keine Versprechen, sondern drei gemeinsame Prioritäten für das nächste Jahrzehnt. Erst wenn wir uns über das Ziel verständigen, kann die Mathematik wieder zum starken Verbündeten der Politik werden. Demokratie entfaltet Stärke, wenn sie Ziele formuliert, die größer sind als ihre vielschichtigen Zielgruppen.

Sorry, als Erstes muss ich ein no go loswerden.
Donald Tramp unter Kluge Staatslenker aufzuführen, geht gar nicht. Der Spruch ist zwar gut und wird in Erinnerung bleiben, macht aber Tramp nicht zu einem „Kluge Staatslenker“
Besser würde da „Gorbatschow“ passen mit, „wer zu spät kommt den bestraft das Leben“
Das aktuelle Hauptproblem ist die sogenannte große Koalition. Der Kuschelkurs bringt nur Unzufriedenheit auf beiden Seiten hervor, denn jeder muss einen Teil seiner Seele verkaufen und seine Anhänger sind sauer und die Regierung wird als unfähig beschimpft. Nur wie könnte eine andere Regierung aussehen? Diejenigen welche jetzt unzufrieden sind, haben so gewählt.
Ansonsten mangelt es in Deutschland nicht an klugen Köpfen und es wurden eine Vielzahl neuer Erfindungen bei uns gemacht, aber die industrielle Auswertung und Nutzung erfolgte in den Staaten und in Asien. Außerdem sind sehr viele gute junge und kreative Leute ins Ausland abgewandert weil dort die Chancen besser sind. Da sind wir wieder bei dem Punkt „Risiko Kapital“.
Lieber Wolfgang, ich hatte schon vermutet, dass es hier entschiedene Einwände gibt.
1. Ich hab mir auch mit dem Thema sehr sehr schwergetan. Mein Motiv war zuerst die SPD in die beiden Vorsitzenden in die Pfanne zu hauen. Dann dachte ich nein, ich muss mit dem zufrieden sein was ist und mit Schmerzen akzeptieren. Besser geht es zur Zeit in Deutschland nicht denn Deutschland hat seine Richtung verloren. Deswegen wird das auch mein nächstes Thema sein Konsequenzen der Verschuldung, siehe Frankreich.
2. Das Thema Trump nehme ich heraus. Mir scheint Trump ist überfordert, kann sich als König nur retten, indem er Stories produziert. Die Midterms werden die Wahrheit sagen. Anderes Thema skrupellos aus einer Position persönliches Kapital zu schlagen.
Zwei Dinge zum Schluss, danke, dass du dich gemeldet hast und mir auch einen Kommentar geschenkt hast. Es wäre schön, dich mal wieder zu sehen. Gruß von Kay