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Deutschland zwischen Politik und Mathematik.

    Politik sagt:„wünsch dir was“. Mathematik sagt:„nein“, so können wir nicht weitermachen. Konflikt! Was hat Priorität? Arbeit oder Kapital, Gewerkschaften oder Wirtschaftsverbände, Bewahren oder Verändern? Alles zusammen geht nicht. Kluge Staatslenker ziehen daraus die Erkenntnis: Aufgabe von Parlament und Regierung besteht nicht darin, Gegensätze auszuhalten. Sie soll Nutzen für die Bürger schaffen. Dabei geht es sowohl um Herausforderungen im Inneren als im Äußeren. Wie gelingt die Quadratur des Kreises?

    „Lieber Friedrich, die Leute denken, dass wir keine Reformen hinkriegen. Jetzt wir uns aber haken unter, oder wir gehen gemeinsam, unter…!“
    „Lieber Friedrich, können wir unsere Koalition so gestalten, dass wir mehr Zuversicht vermitteln, als unsere Parteiprogramme?“

    Besitzstände sichern oder Veränderungen zulassen?

    deutschen Produkten wird hohe Produktqualität nachgesagt. Das ist ein Besitzstand, der in Gefahr gerät. Lähmende Bürokratie, Energiekosten, Fachkräftemangel und langsame Entscheidungen gefährden in den letzten Jahren die Wettbewerbsfähigkeit. Um diesen Besitzstand zu schützen wird es Zeit für dynamische Veränderungen. Denn während Deutschland über Richtungen und Verwaltung diskutiert, arbeitet die Konkurrenz an der Zukunft. In Peking, Shenzhen, im Silicon Valley und in Austin entstehen neue Geschäftsmodelle und Plattformen und von morgen.

    Ein Perspektivwechsel fördert bessere Ideen.

    Wer die tagespolitische Realität in den Medien verfolgt, erlebt vor allem Dissonanzen und ritualisierte Parteikämpfe. Die öffentliche Debatte kreist meist um die Konflikte des Tages und die Frage, wie sich daraus ein Vorteil für die eigene politische Agenda gewinnen lässt. Langfristige Perspektiven versinken dabei im Rauch des verbalen Schlagabtauschs. So entsteht der Eindruck, dass die ständig beschworene Krise zur Wahrnehmung der Wirklichkeit wird. Umso wichtiger wäre ein Perspektiv-Wechsel auf eine höhere Ebene: Wie können wir gemeinsam das Fortschrittsdefizit Deutschlands überwinden? Wo liegen unsere verbliebenen Stärken? Welche Zukunftsmärkte können wir erschließen? Haben wir noch eine Orientierung?

    Denn fehlt die Orientierung, wächst die Unsicherheit. Wächst die Unsicherheit, schwindet das Vertrauen. Und ohne Vertrauen wird Fortschritt immer schwieriger.

    Die Formel für Zukunft: Vertrauen plus Zuversicht.

    Tagespolitik beseitigt keine Gegensätze. Darum formulieren Kluge Staats-Lenker Ziele, die größer sind als die Gegensätze selbst. Staats-Lenker werden nicht deshalb erinnert, weil sie jede gesellschaftliche Gruppe gewinnen konnten. Sie werden erinnert, weil sie etwas Größeres verkörperten.
    Zum Beispiel:
    John F. Kennedy: „We choose to go to the Moon.“
    Ronald Reagan: „Mr. Gorbachev, tear down this wall.“
    Willy Brandt: „Mehr Demokratie wagen.“
    Barak Obama: „the audacity of hope“ – die Kühnheit der Hoffnung“.

    Parteien der Mitte: bitte eine Richtung zeigen.

    Was Politik fast vergessen hat, Parteien können eine Richtung zeigen. Denn vorausschauende Themen machen den Unterschied zur Tagespolitik. Verwaltung allein schafft einen Status Quo, gute Ideen hingegen Aufbruchsstimmung ….
    Für die SPD könnte daraus die Aufgabe entstehen, soziale Sicherheit stärker mit Befähigung zu verbinden. Denn wer dauerhaft nur Empfänger bleibt, verliert oft das Gefühl eigener Gestaltungskraft. Sozialpolitik erreicht ihre größte Wirkung dort, wo sie Menschen befähigt, ihr Leben selbst zu gestalten. Nicht alimentieren, sondern befähigen!
    Die Union könnte heute Zukunfts-Zenarien entwickeln, die über Reformen und Legislaturperioden hinausweisen. Menschen folgen eher emotional einschätzbaren Zielen als einer Verordnung. Doch welches Ziel könnte heute groß genug sein, um Unterschiede zu überbrücken?
    Braucht Deutschland ein Kennedy-Ähnliches „Go-to -the Moon-Projekt?“ Wenn Jahr

    Versuchen Sie jetzt einmal, den folgenden Satz laut auszusprechen:

    „Wir holen die Sonne auf die Erde!“

    Was zunächst wie Science-Fiction klingt, beschreibt die Idee der Kernfusion. In Deutschland und der Welt arbeiten  in ca. 7 Ländern Forscher und Ingenieure daran, den Prozess der Sonne technisch nutzbar zu machen. Gelingt Deutschland die Führung ist das eine neue Bestätigung für deutsche Ingenieurskunst. Damit könnte zum ersten Mal auf dieser Erde eine unerschöpfliche und nahezu klimafreundliche Energiequelle entstehen. Ob Kernfusion das Projekt der Zukunft wird, ist fast zweitrangig. Entscheidend ist der Gedanke dahinter: Gesellschaften können durch große Herausforderungen meistern, die durch Hoffnung begleitet wird.

    Antwort zurück zur Ausgangsfrage.

    Ja, Demokratie muss Gegensätze aushalten. Aber ihre eigentliche Stärke entfaltet sie erst dann, wenn Demokratie Ziele formuliert, die größer sind als ihre Gegensätze.
    Wenn Menschen lohnende Ziele verstehen, konzentrieren Sie Ihre Kraft darauf  Ziele umzusetzen.

     

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